die schwärze ist alle.

•8. April, 2007 • 2 Comments

peng, puff, aus! wie eine gute zirkusshow endet, so kommt auch das ende vom black blog. naja, nicht ganz. ich möchte dem langsamen dahinvegetieren, unter dem dieses blog in letzter zeit leidet, ein ende setzen. freunde des armseeligen selbstmitleids, das war’s!

natürlich gab es gründe, die für und gründe, die gegen diesen schritt gesprochen haben. doch letztenendes überwiegte ersteres. und ehrlich gesagt: ich möchte das hier auch nicht weiter erläutern. es wird ein ähnliches nachfolgeprojekt geben, allerdings wird dieses unabhängig vom black blog entstehen und somit hier auch nicht verlinkt werden. für diejenigen, die dort mitlesen wollen, bleibt mir nur zu sagen: wer suchet, der findet.

in diesem sinne: danke an alle fleißigen leser und senfdazugeber!

~joss

lächerlichkeit

•12. March, 2007 • No Comments

der hang zur melancholie ist eine nervige charaktereigenschaft. oft reichen die kleinsten nichtigkeiten aus, um einen aus der bahn zu werfen. der tag war eigentlich super, das wetter ist geil und doch reicht ein tropfen auf den heißen stein aus um ihn zu einem eisblock zu machen. krankhaft, nicht normal. alle kleinen kümmernisse und jeglicher stress ist erdrückend as hell, obwohl es einem eigentlich am arsch vorbei gehen könnte. jetzt blos nicht die heulsuse spielen. nicht, dass man sich für seine natürlichen emotionen schämen müsste. aber wer will schon seine umgebung als seelsorge misbrauchen und mit unbedeutenden dingen nerven, wenn man doch selbst schon bei einem versuch von nüchternheit merkt, wie hirnlos es ist, sich darüber den kopf zu zerbrechen. schließlich will niemand enden, wie die nervigen dorf-kids, die einem den ganzen tag die ohren mit ihrem unwichtigen scheiss zuheulen, über den man selbst eher lachen als weinen würde. scheiss die wand an. so eine lächerlichkeit ist nicht nötig.

neustadt muss sterben, damit wir leben können.

•23. February, 2007 • No Comments

es ist nacht. du gehst durch den bahnhof. die vollgeschmierten und halb sauber gemachten wände blitzen dich mit ihrem blau-weiß im neonröhren-licht kalt an.  du spürst die unbequemlichkeit dieses ortes. alles ist versifft und dreckig. die wand, auf die du zugehst, ist bemalt. die malerei lässt es so wirken, als ob dort nur säulen ständen und sich dahinter eine strahlend grüne sommerlandschaft befinden würde. eine hand voll farbe und eine betonwand - ist das freiheit?

du gehst die treppe hoch. die menschenleere wird von einem kleinen, dicklichen jungen durchbrochen. hetzend, keuchend, fast stolpernd kommt er dir entgegen und läuft dich fast um. er wirkt, wie ein kleiner, 14jähriger pc-nerd ohne jegliche anzeichen von kondition und mit deutlichem übergewichtsproblem. schnell ist er wieder verschwunden und du bist wieder alleine. alleine in dieser kleinen stadt, in der du dich schon immer alleine und verloren gefühlt hast.

du  hast das leben hier schon immer verabscheut. diese stadt ist eine qual. du hast das gedfühl, dass du jeden stadtteil, jede straße, jeden platz, jeden quadratzentimeter dieses ungeheuers in- und auswendig kennst - dass es für dich hier nichts mehr zu entdecken gibt. du hast es satt: das nicht vorhandene jugendangebot. die ziellosigkeit. den kleinstadtmief. die dorf-inzucht-partys der sich jedes mal aufs neue prügelnden, rechtsoffenen dorf-spinner. die wannabe-punks, die nicht mal wissen, wie man “anarchie” überhaupt schreibt. die hirnlosen proll-faschos, über die du tagsüber lachst und vor denen du dich in der nacht fürchtest. den jugendverein, der all das ändern will und letztenendes doch nur ein teil des ganzen scdhauspiels ist. und die zeitungen, die behaupten, dass es all dies nicht gibt. denn hier herrscht heile welt. eine heile welt, die dir alles zerstört. deine pläne. deine ziele. deinewünsche. deine hoffnungen. dein leben.

du willst nicht mehr hier bleiben. du willst weg. “raus aus dem grau, in den nächsten zug / selbst die stadt nebenan ist jetzt weit genug” (muff potter - gestern war auch schon ein tag).  du fängst an dir stützen zu bauen. klammerst dich an der musik fest, von der du dich so geliebt und verstanden fühlst. wechselst zu einer schule in der nächsten stadt. schaffst dir einen neuen freundeskreis von super leuten an. und findest räumlichkeiten, die dir schutz geben. die dich für ein paar stunden vergessen lassen, wer du bist, was du lebst, wo du herkommst. du nimmst auszeit vom leben. auszeit von der stadt der gestorbenen hoffnung. für einen moment lang bist du zufrieden und glücklich.

doch jeden abend, wenn der zug auf gleis 1 einfährt, weißt du ganz genau: es ist alles wieder so, wie es schon immer war. die neonröhren. die kalten wände. die betonscheinfreiheit. die hoffnungslosigkeit. der kleinstadtmief. die heile welt.

und diese grenzenlose, verzweifelte wut, mit der du all dies zerstören willst.

~joss

kleine geister in einer großen stadt.

•21. February, 2007 • 3 Comments

“billy talent - 18.2.06 alsterdorfer sporthalle hamburg - support: enter shikari” steht auf der karte, die ich kurz vor unserer ankunft in meinen händen halte. wir, das sind 4 neustädter in der zum verirren großen stadt hamburg. dank der tapferen kleinen lisa - dem navigationsgerät - haben wir natürlich prompt den weg gefunden und sind nach 1 1/2 stunden autofahrt inklusive diskussion, ob egotronic musik sei und was denn hier so stinkt, endlich an der halle. auf der suche nach einem parkplatz fahren wir die überfüllte straße neben der halle runter. links und rechts ist alles - teilweise sehr idiotisch und unsolidarisch - zugeparkt. als wir das ende der straße erreichen halten wir kurz. absperrung. diese arschlöcher. wir drehen um und kämpfen uns zurück. auf dem weg öffnet unser fahrer sein fenster und versucht autofahrer darauf aufmerksam zu machen, dass man am ende nicht weiterkommt, was natürlich keinen sonderlich großen effekt hat.

auf den bürgersteigen links und rechts gehen jede menge jugendliche. wahlweise in ringelpullis, billy talent-t-shirts oder schlichtem schwarz. schon hier bestätigen sich zunächst meine vorahnungen was das publikum an diesem abend angeht. aber was will man auch bei so einer band erwarten? mir fällt auf, dass der großteil der kids recht jung ist. geschätzter altersdurchschnitt: 14. naja, nicht ganz. aber oft. in dem alter bin ich noch gar nicht auf konzerte gegangen.

wir werden auf den parkplatz direkt unten an der sporthalle aufmerksam - dass man da noch nicht früher dran gedacht hat - und finden auch prompt den weg, der darauf führt. eine autorangiererei, 4 schlucke wasser, ein paar schritte und eine zigarette später stehen wir vor der halle. einige leute vor uns werden von den sicherheitsmännern wieder weggeschickt. vermutlich weil sie unter sechzehn und ohne begleitung da sind. aber eben nur vermutlich. wir werden abgetastet, zeigen unsere karte vor, sind drinnen und beschließen nach einem kurzen toilettengang und dem ablegen unserer sachen in den konzertraum zu gehen.

im konzertraum findet anscheinend grade eine h&m-modeschau statt. wir sind umgeben von einer menschenmasse, die größtenteilst aus lauter kleinen emo-verschnitten und ein paar gut draufen hurricane-ultras besteht. wir stellen uns unten ander tribüne in der mitte der halle hin und warten auf die erste vorgruppe: enter shikari neben uns steht eine gruppe schwarzhaariger mit pony vor dem auge. ich hege schon den verdacht, dass sie noch nicht mal wissen, was das wort “emo” überhaupt bedeutet, geschweige denn, was emo eigentlich ist, da hör ich wie plötzlich einer den anderen fragt: “sag mal, was ist eigentlich ein moshpit?” ich resigniere, zünde mir eine zigarette an und lasse meinen blick über die tribüne schweifen. die tribüne scheint heute abend der ort zu sein, die zu 80 % von eltern und ganz jungen teenies besetzt ist. warum das so ist, spricht wohl für sich.

das licht geht aus und aus den lautsprechern, aus denen eben noch die angenehme musik von jimmy eat world strömte, tönt nun etwas lautere, techno-ähnliche ‘musik’. ein paar hyperaktive gestalten springen auf die bühne und laufen wild rum. einer hat eine art headset auf, das durchgehend blau blinkt. die anderen personen haben ähnliche dinge an ihren fingern. auch gitarre und bass wurden durch etwas vergleichbares “verschönert”. plötzlich fängt der kopfhörer-mensch an zu dem computer-krach ins mikro zu kreischen, dann sagt er kurz irgendwas. ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, aber vermutlich war es sowas wie: “hi, wir sind enter shikari. wir sind verdammt scheisse, aber wir dürfen jetzt trotzdem 45 minuten lang eure ohren quälen”. es folgt eine dreiviertelstunde lang ein mix aus gekreischtem emo-core und techno-beats. also die wohl eigenartigste und schlechteste kombination, die ich je erlebt habe. was den ganzen auftritt jedoch endgültig ins lächerliche gestürzt hat, war wohl der drummer, der nicht nur auf sein set gehämmert, sondern es regelrecht verprügelt hat - mit dem elan und der mimik wie jim carrey auf speed. nicht, dass ich das jemals erlebt hätte. aber genau so stell ich mir das vor.

nachdem das ganze sein ende gefunden hat, tippt mir plötzlich jemand auf die schulter. ich drehe mich um und sehe meine schwester vor mir stehen. sie stand die ganze zeit 5 meter hinter mir. und das, obwohl wir getrennt hingefahren sind und uns nicht abgesprochen haben. sachen gibts… naja, sie hat sich über den auftritt recht gut amüsiert, muss sich aber dauerhaft auf eine stufe an der tribüne stellen, damit sie mit ihren geschätzten 1,65 überhaupt die bühne sehen kann. ich stelle mir vor, wie nervig das sein muss, freue mich über meine 1,86, mit denen ich super alles sehe und im nächsten moment gehen auch schon wieder die lichter aus.

alexisonfire - die band, auf die ich mich schon die ganzen tage gefreut hatte - kommen auf die bühne und legen auch gleich los. von “drunks, lovers, sinners and saints” über “boiled frogs”, “this could be anywhere in the world” und “water wings (and other pool side fashion faux pas)” bis hin zu “accidents are on purpose” spielen sie alles, was mein herz begehrt. wer - wie ich - eine vorliebe für dicke, pummelige gitarristen, die stylish gekleidet sind, und sänger, die nur in extrem kurzer jeans und schuhen auftreten, hat, muss diesen auftritt auch optisch einfach gemocht haben.

als sie fertig sind, bin ich eigentlich schon zufrieden gestellt und könnte jetzt bereits nach hause fahren. meine lust auf billy talent hatte die letzten monate seit ich die karte gekauft hatte, ohnehin stetig abgenommen.

das licht wurde wieder heller und prompt laufen uns noch 2 (ex-)neustädter über den weg. nachdem alle auf dem klo waren, um einen kräftigen schluck aus dem wasserhahn zu nehmen - ausser meiner dümmlichen wenigkeit -, liefern wir unsere sachen bei meiner schwester ab und kämpfen uns schonmal näher vor die bühne.

billy talent fangen an zu spielen und in den ersten liedern geht es im pogo-mob erst mal rund. ich bin stark überrascht. ich hatte erwartet auf kreischende teenies zu treffen, die nicht im traum daran denken würden zu pogen. aber umso besser. als die ersten lieder gespielt sind, beschließe ich aufgrund massiven durstes noch so lange im pogo zu bleiben, bis sie “red flag” spielen, und mich dann kurz aufs klo zu verpissen (wie doppeldeutig).

die show läuft und läuft. ich tanze und singe sogar bei jedem lied mit. ich glaube es selbst kaum, dass ich die ganzen texte dieser band überhaupt noch kann, nachdem ich sie schon seit einem halben jahr aus meinem musikgeschmack praktisch verbannt hatte. dennoch habe ich meinen spa. als billy talent schließlich von der bühne gehen war ich immer noch nicht auf dem klo und “red flag” wurde auch noch nicht gespielt.

es gibt genau eine einzige zugabe bestehend aus 4 oder 5 liedern. und wie es der zufall will, ist “red flag” natürlich das allerletzte lied. dumm gelaufen für meinen durst. allerdings hab ich so die ganze show gesehen, was schließlich auch seine vorteile hatte.

im anschluss treff ich nach und nach die anderen wieder. wir holen uns eis und setzen uns kurz hin. anschließend gehen wir zum auto und fahren nach einigen verzögerungen, wie langen autoschlangen und lahmarschigen männern los in richtung unseres kleinen kaffs.

~joss

mood: nice. // music: at the drive-in - quarantined

irgendeintolleswortspiel.

•3. February, 2007 • No Comments

was ist los beim knabencore-kid? ich merke, wie wenig ich seit anfang das neuen jahres blogge. eigentlich schade, aber wenn ich zeit habe, fehlt das thema, und wenn ich ein thema habe, fehlt zeit. sehr sehr schade, weil mir das bloggen immer sehr viel spaß bereitet und mir für mein leben übermäßig viel gebracht hat. so habe ich gelernt, mich in schriftlicher form auf eine gezielte art und weise auszudrücken und je nach dem dem text eine andere stimmung zu verschaffen. ich schreibe, weil ich in gewisser weise eine sucht dazu pflege. eine sucht danach, das was mir wiederfährt zu überdenken, aufzuschreiben und weiterzugeben. es rauszubrüllen. damit kommt man mal besser und mal schlechter an, aber wen interessiert das schon, wenn man selbst dadurch befriedigt wird, es einfach nur niederzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen?

~joss

p.s.: wer eventuell daran interessiert ist, kann sich bei neon.de auch mal andersartige artikel meinerseits reinpfeifen. mein account: http://www.neon.de/user/id/66229

mood: tired. // music: -

der neue januar.

•24. January, 2007 • 6 Comments

ich kann mich wahrlich nicht beschweren. ich lebe - endlich - ein (fast) zufriedenstellendes leben. ist es nicht eine der größten lebensfreuden, fast jeden einzelnen tag erneut festzustellen, dass man seine bessere hälfte gefunden hat? die sicherheit darüber wächst mit jedem tag. doch leider nicht die zeit, die man für diese freude hat. denn der stress schlaucht und nimmt einem die zeit für die dinge, die man viel lieber machen würde als die dinge, auf die man sich in einer routine festgelegt hat. also bildet sich langsam aber sicher die notwendigkeit, den alltag auszuschlachten - mit der zeit belanglos gewordenes erkennen und ab in die tonne damit. die frage, die sich dabei stellt, ist: wo fange ich an, wo höre ich auf und wie finanziere ich den nikotinkonsum, der dabei entsteht?

darüber hinaus bildet sich bei mir - ebenfalls langsam aber sicher - eine vorstellung der zukunft. denn wenn man die schule abgeschlossen hat, braucht man ein ziel vor augen, um nicht seine zeit mit einem unerfüllendem fehler zu vergeuden. ich entscheide mich für die schrift. nichts anderes bietet einem eine beinahe grenzenlose freiheit mit nur 26 grundcharakteren. und der entschluss, mein leben vorerst auf diese auszurichten, gibt mir sicherheit, mut und motivation. ich weiß, was ich mit meinem leben anfangen möchte und ich habe bereits das fundament - nämlich die ersten anfangsübungen hinter mir. und wie? ganz einfach: durch das hier. und wahrscheinlich hätte ich ohne den rückhalt, der mir durch sowohl positives als auch negatives feedback (und dazu zählen auch schon besucherzahlen) geschaffen wurde, nie diesen punkt der selbstfindung erreicht.

was die zukunft draus macht, wird sich schon noch früh genug zeigen.

~joss

mood: content. // music:  kettcar - anders als gedacht

einmal peng, bitte.

•10. January, 2007 • No Comments

eigentlich wollte ich einen längst überfälligen post zu silvester schreiben, doch weder die ganze zeit im zug, in der schule oder zuhause am laptop hat etwas brauchbares mit sich gebracht. fakt ist: silvester ist ein lästiges thema. fakt ist: mir fällt dazu einfach nichts ein. weder regt mich silvester auf, noch ist es für mich etwas besonderes. es ist einfach da und muss überstanden werden. trotz coolen zob-kids, die mit böllern um sich schmeißen, weil sie meinen, dass dann alle denken, dass sie dicke eier haben. gehört ja auch viel zu. so feuerzeug bedienen und so.

ansonsten ist alles beim alten und ich bin im termin- und klausurenstress, was auch erklärt, dass ich mein blog so stark vernachlässige. aber am freitag dürfte ich zwischen schule und theater am abend wohl zeit haben mal mein zimmer und meinen terminplaner aufzuräumen. und so ein halbwegs geordnetes leben gibt einem ja auch wieder mehr freiheiten, vor allem was kreativität und literarische ergüsse angeht. themen habe ich momentan sogar mehrere, die mir auf der brust brennen, aber eins nach dem anderen.

so. ich geh dann mal für die bio-klausur am freitag lernen, was im übrigen erst mal das ende des klausurenstresses bedeutet.

~joss

mood: pretty ok. // music: rise against -  life less frightening

wangpfeife.

•29. December, 2006 • No Comments

0.46 sagt mir meine pc-uhr. schon recht spät. das sagen auch meine waden. aber ein innerer motor hält mich wach. ich kann jetzt noch nicht in’s bett gehen. aus langeweile habe ich jetzt schon bei myspace mit non-sense-survey-bulletins rumgenervt und seit langem das villageforum mal wieder heimgesucht. aber ich kann meinen antrieb nicht zufriedenstellen. ich bin nicht deprimiert oder ähnliches. ganz im gegenteil. es sind ferien. mir gehts prima. das leben ist toll. und genau das erzeugt in mir einen unglaublichen tatendrang, den ich nicht zu stillen vermag. einerseits sagt mein körper, dass ich müde bin. andererseits sagt mein kopf, dass ich mich erst noch auspowern muss. dumme situation. sag ich mal. die ps2, die ich mir gegönnt habe, ist nicht das richtige. leute per icq nerven auch nicht. foren durchwühlen und tippen, dass die tasten glühen, scheint auch nicht zu funktionieren. musik hören wär noch ne option. oder lesen. ja, ich sollte wieder lesen. vielleicht bringe ich dann endlich mal “a long way down” zu ende. das buch nervt mich momentan eh nur noch. der anfang ist sehr zu empfehlen. aber wer sich das buch geben will, sollte nach - sagen wir mal - seite 50 aufhören zu lesen. es wird immer langweiliger und langatmiger. gar nicht schön. aber die ersten seiten sind nur zu empfehlen, was das thema selbsttötung angeht. ich schweife ab. ein grund mehr, mich für heute zu verabschieden.

aber eine wichtige erkenntnis des heutigen tages soll euch nicht vorenthalten bleiben: “backen” ist bauern-deutsch. in feiner sprache heißt das “wangen”. also ist die für feine leute korrekte bezeichnung auch “wangwaren” bzw. “kuchen wangen”. immer schön konsequent bleiben!

~joss

mood: awake/tired. // music: none.

rohe weihnachten gibt’s wo anders.

•26. December, 2006 • No Comments

kris meint, ich sollte etwas über meine mutter schreiben. ihr wisst schon, der kleine, pummelige zwerg, der gerne unkraut rupft und den rosenkrug rosig hält. aber ich glaube, das ist kein gutes thema. mal ehrlich: wer - ausser vielleicht kris - interessiert sich dafür?
wie auch immer. hooray, weihnachten! scheiss die wand an! diejenigen, die gestern diese seite betraten und sich erhofften, dass hier jetzt klischeehaft ein “frohes fest vom black blog!” gewünscht wird, lagen falsch. frohe weihnacht für’n arsch. nicht, dass ich zu weihnachten meine alljahres-depressionen hätte. ich will auch nicht rumheulen, dass ich niemanden hätte mit dem ich “das fest der liebe” verbringen könnte. das wäre ja regelrecht gelogen. und ich will hier auch nicht erzählen, dass unser familienleben einen tiefpunkt erreicht und ich meine eltern anschreie. ich zicke höhstens meinen vater ein wenig an, wenn er die priorität dieses festes zu hoch setzt. nein, eigentlich finde ich nur, dass weihnachten viel zu überbewertet ist. braucht man einen anlass, um den leuten zuneigung zu demonstrieren, für die mensch zuneigung empfindet? letztenendes blieb bei mir nur ein schlechtes gewissen, dass meine geschenke schlecht und einfallslos waren. aber noch hat sich niemand beschwert.
wer mir jetzt vorwirft, das wäre ein typisch rebellisch-pubertäres verhalten, der sollte das nochmal überdenken und sich dendemann zu herzen nehmen: “denn manche schwimmen mit, manche gegen den strom. doch ich frag: schwimmen wir noch oder leben wir schon?”
ansonsten wird hier jetzt auch keine auflistung meiner tollen geschenke folgen, was schließlich langweilig wär. mittlerweile ist dieses blog nicht mehr eine plattform für notizen über meinen alltag, sondern viel mehr die niederschrift von gedankengängen - oder deren ursprung. das fällt mir nicht zuletzt auf, wenns mir immer schwerer fällt, meine posts in die alten kategorien einzuordnen. außerdem wäre eine auflistung doch ein schnitt in’s eigene fleisch: das würde bedeuten, dass ich mir selbst ein smalltalk-thema wegnehme, welches sich immer für jene konversationen eignet, in denen einem keine themen einfallen und mensch auch nicht tiefergehende unterhaltungen führen will.
ein tipp für weihnachtliche musik: die roten rosen. hab den namen des weihnachtsalbums einfach mal vergessen. hab’s mir selbst auch in letzter zeit nicht wieder reingezogen, aber kommt bestimmt ganz gut.
bleibt mir nur noch eins zu sagen: rise against kommen im frühjahr 2007 nach deutschland. somit komm ich auch mal zu der ehre, die genialste englisch-sprachige band erleben zu dürfen.
in diesem sinne: wer nicht hingeht, ist polizist!

~joss

mood: best. // music: funny van dannen - hobbynutte

verbahnt.

•20. December, 2006 • 1 Comment

bahnfahren ist dunkel. das regelmäßige vor-sich-hinvegetieren im alltäglichen thythmus. wer bahn fährt, gibt sich einem tristen, kalten ambiente hin, in dem man vor allem zum nachdenken gezwungen wird und in dem einem melancholie die füße wegziehen könnte. selbst wenn fremde um einen herum und direkt neben einem sitzen: kommunikation ist praktisch nicht existent. man setzt sich hin, versucht sich gegenseitig als kommunikatives wesen zu ignorieren, muster einander, entschuldigt sich hastig, wenn man anrempelt oder auf füße tritt und verlässt die situation, sobald man an seinem fahrtziel ankommt. gespräche finden nicht statt. nicht über drogenexzesse, nicht über depressionen und suizid(gedanken) und kein rumgeprolle über wilde , versaute sexspielchen. aber auch nicht über das wetter, schule oder angela merkel. es herrscht schon fast ein geprächstabu. aber auch nur fast.

doch möchte ich das bahnfahren nicht verteufeln, nicht als etwas negatives, nagendes, fieses darstellen. auch, wenn ich es meist nervig finde. jedoch hat es auch seine guten seiten. denn nachdenken hilft. viele ideen zu texten, projekten oder aktionen kommen nur zu stande, weil man endlich mal zeit hat um nachzudenken. viele dieser blog-einträge sind direkt auf zugfahrten verfasst worden. und wenn einem die gedanken zu viel/wenig werden kann man immer noch auf dinge wie buch und/oder musik zurückgreifen, die man ansonsten vernachlässigt oder zumindest nicht ausreichend beachtet.

aber wem nützt das alles, wenn die preise und das unternehmen eh für’n arsch sind.

~joss

mood:  fine/tired. // music: deichkind - remmi demmi